Gedenkfeier Grevesmühlen 1974 Jugendliche Foto Stadtarchiv Grevesmühlen

Persönliche Erzählungen gesucht

17.04.2026

Erinnern und Gedenken an Cap Arcona seit 1945: Persönliche Erzählungen gesucht

Für das neue Cap-Arcona-Dokumentationszentrum in Neustadt in Holstein, das 2028 eröffnen soll, suchen die Ausstellungsmacher:innen persönliche Erzählungen darüber, wie in den Jahrzehnten danach an die Ereignisse im Mai 1945 erinnert wurde.

Am 3. Mai 1945 kamen in der Lübecker Bucht bei Angriffen auf die Cap Arcona und weitere Schiffe tausende KZ-Häftlinge ums Leben. Im Wasser, am Strand und auf einem Todesmarsch in Neustadt in Holstein wurden hunderte Menschen ermordet. Seit vielen Jahrzehnten erinnern in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern Ehrenfriedhöfe, Mahnmale und Ausstellungen an diese Ereignisse am Ende des Zweiten Weltkriegs, auch finden regelmäßig Gedenkveranstaltungen statt – so z. B. in Neustadt, Haffkrug, Timmendorf, Groß-Schwansee, Grevesmühlen, Klütz und auf der Insel Poel.

In Neustadt in Holstein entsteht nun ein Dokumentationszentrum mit einer neuen Ausstellung. Diese wird nicht nur über den 3. Mai 1945 und seine Vorgeschichte informieren, sondern auch das Gedenken und die Erinnerung daran in den Jahrzehnten danach in den Blick nehmen.

Die Ausstellungsmacher:innen bitten dazu die Menschen in der Region um Unterstützung. Wie wurde in den Familien, in der Schule, in Vereinen, Kirche oder in Betrieben darüber gesprochen – oder wurde geschwiegen? Was haben Sie von offiziellen Gedenkveranstaltungen mitbekommen und was bedeutete das für Sie? Haben Sie sich selbst an Gedenk- und Erinnerungsarbeit beteiligt und für wie wichtig halten Sie das? Es geht dabei auch um Unterschiede zwischen West (BRD) und Ost (DDR) bis 1989. Angesprochen sind Menschen in bzw. aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Gesucht werden:

  • persönliche Erinnerungen und Erzählungen (auch von Großeltern/Eltern/Nachbarn etc.)
  • Erfahrungen mit Schule und Gedenkorten
  • Fotos, Dokumente oder Erinnerungsstücke

Interessiert? Dann melden Sie sich beim Projektteam Cap-Arcona-Dokumentationszentrum caparcona@stadt-neustadt.de oder telefonisch unter 04561-619323.

Wir suchen unterschiedliche Perspektiven aus West- und Ostdeutschland 

In der Bundesrepublik wurde in vielen Familien über die letzten Kriegswochen lange wenig gesprochen – oder erst Jahrzehnte später. Uns interessiert daher besonders:

  • Wann und wie haben Sie in Ihrer Familie erstmals von der Katastrophe erfahren? Wurde darüber gesprochen – oder eher geschwiegen?
  • Welche eigenen Reaktionen oder Gefühle erinnern sie? 
  • Haben sich Perspektiven im Laufe der Zeit verändert? 
  • Wie wurde und wird in der Schule, in der Kirche, in Vereinen darüber gesprochen?

Vielleicht erinnern Sie sich an Erzählungen von Eltern oder Großeltern – oder haben Dokumente und Fotos aufbewahrt. Auch fragmentarische Erinnerungen sind für uns von großer Bedeutung. Wir möchten nachvollziehen, wie sich das Gedenken seit 1945 entwickelt hat und welche Rolle persönliche Familiengeschichten dabei spielen.

Wir freuen uns über

  • Erzählungen von Eltern oder Großeltern
  • persönliche Erinnerungen
  • Fotos, Briefe oder Dokumente, Gegenstände

 

In der DDR war das Gedenken an die NS-Verbrechen Teil einer staatlich geprägten antifaschistischen Erinnerungskultur. Uns interessiert: 

  • Wie wurde in Ihrem persönlichen Umfeld über die Ereignisse gesprochen? 
  • Welche eigenen Rektionen oder Gefühle werden erinnert? 
  • Welche Rolle spielten Schule, Gedenkveranstaltungen oder öffentliche Darstellungen? 
  • Und wie unterschieden sich diese von privaten Gesprächen innerhalb der Familie?
  • Gab es eigene Familienerinnerungen, die davon abwichen – oder ergänzten sie das öffentliche Bild?
  • Wie hat sich das Gedenken seit der Wiedervereinigung verändert?

Auch Erzählungen von Eltern und Großeltern sowie persönliche Eindrücke aus späterer Zeit sind für uns wertvoll. Wir möchten verstehen, wie individuelles Erinnern und öffentliches Gedenken zusammenwirkten – und wie sich diese Perspektiven bis heute verändert haben.

Wir freuen uns über:

  • persönliche Erinnerungen und Erzählungen
  • Erfahrungen mit Schule und Gedenkorten
  • Fotos, Dokumente oder Erinnerungsstücke